Günstige Alternative zu Faber-Castell Polychromos?

Koh-I-Noor PolycolorDer beliebteste und wohl auch der beste Farbstift heißt Polychromos und wird von Faber-Castell hergestellt. Lediglich in Amerika buhlt ein anderer Stift mit ihm um die Nummer 1 in den Charts: der Premier von Prismacolor. Auch hierzulande würde dieser äusserst wachsige Stift wohl mehr verkauft, wenn der Vertrieb besser vertreten wäre. Lediglich in einer Handvoll Onlineshops kann man ihn kaufen. Im Farbauftrag unterscheiden sich beide Stifte ziemlich. Der Premier fühlt sich beinahe wie ein Wachsstift an, so weich ist seine Mine. Das liegt daran, dass das verwendete Bindemittel tatsächlich Wachs ist. Die Mine des Polychromos hingegen wird gemeinhin als „Ölkreidemine“ bezeichnet. Was allerdings beide Stifte eint, ist ihr relativ hoher Preis. Und so taucht oft die Frage auf, ob es nicht eine preisgünstigere Alternative zu Faber-Castell Polychromos gibt. Verschiedene Stifte wurden schon als „Polychromos-Killer“ gehandelt. Ich will hier heute mal einen vorstellen.

POLYCOLOR von Koh-I-Noor Hardtmuth

pb110005Schon der Name des Herausforderers verrät, was er sein will. Polycolor nennt er sich und wird von einer tschechischen Firma namens Koh-I-Noor Hardtmuth hergestellt. Eine Metallbox mit allen verfügbaren Farbtönen (72) kostet im Onlinehandel etwa 50 Euro und ist damit etwa halb so teuer wie der Weltmeister von Faber-Castell.
Äusserlich unterscheidet er sich dadurch, dass man sich für eine kantige Stiftform entschieden hat. Das Ende des Schafts ist in Gold getaucht. Wahrscheinlich will man damit deutlich machen, dass man es hier mit dem Premiumprodukt aus dem Hause Koh-I-Noor zu tun hat. In goldenen Lettern liest man den Schriftzug „Koh-I-Noor Hardtmuth POLYCOLOR“ und dann die Zahl 3800 gefolgt von der Farbnummer. Man kann aber weder auf der Stiftebox noch auf dem Stift selber den Namen des Farbtons lesen. Nur etwas umständlich über die Homepage von Koh-I-Noor erfährt man den Namen des Farbtons.

Die Farbpalette

Der Umfang der Farbpalette ist beim Polycolor mit 72 Farbtönen nicht so umfangreich, wie die 120 Farbtöne fassende Palette von Faber-Castell. Die Frage ist allerdings, ob man so viele Farbtöne braucht. Das soll der Anwender entscheiden.

Der Farbauftrag

Druckskala Polycolor
Die meisten Farben lassen sich wie der Polychromos auftragen

Was aber eigentlich zählt, sind nicht Äusserlichkeiten und Zahlen. Auch beim Farbstift kommt es auf seine inneren Qualitäten an – die Mine. Über deren Beschaffenheit findet man nicht so leicht Informationen (ich bin nicht fündig geworden und würde mich über einen Hinweis freuen). Jedenfalls fühlt sie sich im Farbauftrag so an, wie eine „Ölkreidemine“. Die Qualität des Farbauftrags ist je nach Farbton sehr unterschiedlich. Es gibt Farben, die lassen sich so gut auftragen, wie die von Faber-Castell. Bei wenigen Farbtönen ist das aber ganz anders. Es gibt welche, die überhaupt keinen gleichmäßigen Farbauftrag zulassen – fast so als sei der Brei für die Mine nicht richtig durchmischt worden und dicke Pigmentklümpchen in der Mine steckten.

Auch das Mischverhalten ist bei den meisten Farbtönen ähnlich
Auch das Mischverhalten ist bei den meisten Farbtönen ähnlich

Das gilt insbesondere für die Farbnummern 43 und 22. Andere Farbtöne lassen sich überhaupt nicht gleichmäßig deckend auftragen. Egal wie feste man drückt. Nr.57 lässt keinen satten gleichmäßigen Farbauftrag zu. Man verschiebt das Pigment auf dem Papier regelrecht bei festem Druck, so dass der Auftrag mehrerer Schichten nicht möglich ist. Gleiches gilt für die Nr. 20.

Fazit

Mit dem Polycolor lassen sich passable Ergebnisse erzielen
Mit dem Polycolor lassen sich passable Ergebnisse erzielen

Wenn man bei vier von 72 Farbtönen bereit ist, Abstriche zu machen, was die Güte des Farbauftrags angeht, ist der Polycolor sicher eine Alternative zu teureren Künstlerfarbstiften. Mit dem Polycolor kriegt man durchaus passable Ergebnisse hin. Ich persönlich benutze ihn gerne auf Reisen oder wenn ich nach draussen gehe für meine Skizzen. Der Stift leistet mir dabei hervorragende Ergebnisse.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass mit dem Polychromos von Faber-Castell etwas sanfter gearbeitet werden kann; der Farbauftrag ist etwas leichter und weicher.
Wenn ich etwas zeichnen möchte, von dem ich weiss, dass es lange erhalten bleiben soll – etwa Auftragsarbeiten – und vielleicht sogar an die Wand gehängt wird, setzte ich weiterhin auf die bewährte Qualität von Faber-Castell. Erstens, weil ich deren Lichtechtheit vertrauen kann und zweitens bietet die Farbpalette mehr Möglichkeiten.

 

Hier kaufen

In diesen Online-Shops ist der Polycolor von Koh-I-Noor auch als Einzelstift erhältlich

Künstlermagazin
Adelja
Billiger malen

Farbstift Prismacolor Premier

Prismacolor Premier Farbstifte und Farbtabelle

Prismacolor Premier Farbstift EndenDas Zeichnen mit Farbstiften erfreut sich in den USA besonderer Beliebtheit und ist generell im englischsprachigen Raum weiter verbreitet als hierzulande. Zu verdanken ist dies wahrscheinlich unter anderem dem wunderbaren Farbstift PRISMACOLOR PREMIER. Lohnt es sich für uns, ihn anzuschaffen – wo wir in Europa doch mit hervorragenden Farbstiften gesegnet sind? Ich finde: Ja! Nicht weil er besser wäre als unsere Farbstifte, sondern weil er ganz anders ist und unsere Farbstiftzeichnungen ergänzen kann.

 

Was unterscheidet den Farbstift Prismacolor Premier?

Wenn man das erste mal mit diesen Farbstiften zeichnet, muss man sich erst darauf einstellen. Denn der Prismacolor Premier ist im Vergleich zu anderen Farbstiften sehr weich. Manche Farben sind so weich, dass man sich fast an das Zeichnen mit Wachsmalstiften erinnert fühlt. Das kann Farbstiftzeichnungen, die wir mit härteren Farbstiften anfertigen auf interessante Weise ergänzen. Zum Beispiel, wenn Schicht um Schicht auf das Papier gelegt wurde und man dann noch ein Glanzlicht setzen möchte. Mit härteren Farbstiften wird man da so seine Mühe haben. Aber das Weiß der Prismacolor Premier ist so weich, dass dies ohne große Mühe gelingt. Insgesamt ist es sehr leicht, mit diesen Farbstiften sehr satte Farbschichten aufzutragen.

Prismacolor Premier Farbauftrag

Eine weitere Besonderheit ist die große Farbvielfalt, die von diesen Farbstiften angeboten wird. Zur Zeit sind 150 Farbtöne erhältlich. Darunter verschiedene Neon- und Metallicfarben. Zusätzlich gibt es einen farblosen „Blender“, mit dem man Farbaufträge mischen und in das Papier drücken kann. Der Prismacolor Farbtabelle kann man entnehmen, wie lichtecht die einzelnen Farben sind. Anders als wir das etwa von Faber-Castell oder Caran d’Ache kennen, wird die Lichtechtheit nicht in drei sondern in fünf Stufen eingeteilt. Auf dem Stift selbst findet man keinen Hinweis auf die Lichtechtheit.

Richtig anspitzen

Farbstift Prismacolor PremierKauft man den Farbstift Prismacolor Premier als Einzelstift kommt er in den meisten Fällen unangespitzt daher. Hier ist darauf zu achten, dass man ihn am richtigen Ende anspitzt. Zwar macht es für das eigentliche Zeichnen keinen Unterschied, an welchem Ende man den Stift anspitzt, praktisch ist es aber, wenn man später noch die Farbnummer lesen kann. Das richtige Ende zum Anspitzen ist also das Ende, an dem nicht die Farbnummer steht.

Beim Anspitzen mit dem normalen Spitzer verhält sich der Prismacolor Premier etwas „mäkelig“. Empfohlen wird daher eine Anspitzmaschine mit einem rotierenden Fräswerk, so wie man es von Dahle kennt. Damit ist das Anspitzen überhaupt kein Problem mehr.

Wo kann man den Farbstift Prismacolor Premier kaufen?

Prismacolor Premier Farbstift SpitzenIm Set kriegt man den Farbstift Prismacolo Premier auch in Deutschland relativ leicht bei großen Versandhäusern (siehe Link unten). Es gibt ihn in Metalletuis mit 12, 24, 48, 60, 72 und 150 Farbstiften. Der Preis ist dabei vergleichbar mit dem der europäischen Hersteller.
Der ambitionierte Zeichner möchte aber vielleicht sein großes europäisches Sortiment an Farbstiften nur um einige ergänzen und würde sich deshalb darüber freuen, auch einzelne Stifte in besonderen Farbtönen kaufen zu können. Die gute Nachricht ist, auch das ist möglich. Man muss ein bisschen suchen, aber ich bin fündig geworden. Im Shop von Anja Fuhrbach farbstifte.net kann man nicht nur alle Stifte einzeln kaufen, sondern auch im Set. Zudem bietet sie noch Farbstifte der Marke Derwent und Cretacolor an. Auch anderes Zubehör zum Zeichnen – zum Beispiel die richtige Anspitzmaschine für den Farbstift Prismacolor Premier – mit dem Farbstift, das man in Deutschland sonst nicht so leicht findet, ist dort erhältlich. Kürzlich habe ich den Shop von Grit Jentsch Künstlerstift entdeckt. Auch dort sind die Farbstifte einzeln erhältlich.

Gouachefarben selbst herstellen – boesnerKunstportal

Gouache ist aus der Geschichte der Kunst kaum wegzudenken. Gouachefarben sind als Material für spontane Entwürfe und Improvisationen hervorragend geeignet und sie sind besonders ausdrucksstark in ihren matten, schier unendlichen Farbvarianten.

Quelle: Multitalent Gouache – boesnerKunstportal

Gouachefarben selbst herstellen

Gouachefarben sind keine hochkomplexen Gemische aus verschiedenen Chemikalien. Im Grunde sind es sehr simple Farben. Eigentlich kann sie jeder selbst herstellen. Nur ein paar Zutaten sind nötig. Ein Bild mit selbst hergestellten Farben zu malen ist ein ganz besonderes Gefühl.

Das neue Kunstportal vom Händler für Künstlerbedarf Boesner zeigt wie es geht.

Eine Rose als Symbol

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Diese Rose ist zu einem Symbol geworden. 1945 kam sie in den Handel und wurde auf der ersten Vollversammlung der Vereinten Nationen an dessen Mitglieder verteilt mit dem Hinweis, dass das Streben nach Frieden das wichtigste Ziel in dieser Welt sei…

Kadmiumgelb

Herbstlaub LindeEs ist schon erstaunlich, wie Farbstoffe entstehen. Es ist nicht so, dass man einfach einen Farbstoff in der Natur findet – wie etwas Butterblumenblüten, den man dann für ein Gelb verwenden kann. Vielmehr werden über teilweise ziemlich komplexe Produktionsschritte und unter Zuhilfenahme einer umfassenden Laborausrüstung Pigmente hergestellt, die den Farbstoffen ihren Farbton geben. Man kann sich kaum vorstellen, dass Maler sich in ein Labor zurückziehen und mit großer Kenntnis der Chemie sich durch Experimente auf die Suche nach einem Farbstoff begeben würden. Wer käme auf die Idee, ein Gelb zu schaffen, indem man zuerst ein Oxyd aus einer Lösung von schwefelsaurem Kadmium fällt um dann das so entstandene Kadmiumoxyd mit pulvrigem Schwefel zu glühen? Der Chemiker Friedrich Stromeyer und der Apotheker Carl Samuel Hermann entdeckten unabhängig voneinander das Metall Kadmium. Sie bemerkten eine ungewöhnliche Verfärbung beim Erhitzen von Zinkcarbonat. Reines Zinkcarbonat zeigt dieses Verhalten nicht. Sie hatten es mit „verunreinigtem“ Zinkcarbonat zu tun. Diese Verunreinigung stellte sich als Kadmium heraus. Über hundert Jahre wurde dieses Metall nur in Deutschland gewonnen. Albrecht Dürer konnte von einem Gelb, das auf diese Weise entsteht, nur träumen, denn das Kadmium wurde erst im Jahr 1817 entdeckt und es dauerte noch bis 1840, bis man es für die Gewinnung von Pigment verwendete. Wir verdanken also der Wissenschaft ein Gelb, das Wolfgang Beltracchi in Versuchung führt, es „abzulutschen“. Herr Beltracchi täte gut daran, seiner Versuchung zu widerstehen, denn Kadmium ist giftig; so giftig, dass die Vereinigten Staaten von Amerika es auf die Verwendbarkeit als chemische Waffe hin prüften und in Europa Überlegungen angestellt werden, Kadmiumsulfid als Ausgangsstoff für Kadmiumgelb zu verbieten.

Befürchtungen allerdings, der Farbton könnte verschwinden, sind unbegründet. Denn ohnehin verwendet man in der Produktion von Malfarben und insbesondere in der Farbstiftproduktion schon länger kein Kadmiumsulfid mehr und der Name Kadmiumgelb hat sich auch ohne wirkliches Kadmium etabliert. Getrost kann also an den Farbstiften, deren Farbtonbezeichnung Kadmium enthält, gelutscht werden.

Kadmiumgelb Faber-Castell

KadmiumFaber
Zu der Palette von Faber-Castell gehört ausserdem Kadmium zitron, das hier nicht abgebildet ist

Faber-Castell bietet uns die ganze Palette an, zu der Kadmium fähig ist. Nicht nur Gelb ist dabei, sondern auch ein paar Orange- und Rottöne. Acht Stifte tragen Kadmium in ihrem Namen: Kadmiumgelb zitron, Kadmiumgelb hell, Kadmiumgelb, Kadmiumgelb dunkel, Kadmiumorange, Kadmiumorange dunkel, Kadmiumrot und Kadmiumrot mittel. Genau wie die Pigmente, die aus Kadmiumsulfid hergestellt werden, zeichnen sie sich alle durch höchste Lichtechtheit aus.

Edgar Degas, Nach dem Bade

„Nach dem Bade“ war für Edgar Degas (1834 – 1917) ein immer wieder kehrendes Motiv. Das leuchtende Gelb, das wir in der unten gezeigten Ausführung einer Pastellkreide-Zeichnung (entstanden in der Zeit zwischen 1890 und 1895) sehen, rührt von dem Pigment Kadmiumgelb her. Kadmiumpigmente stellen die schönsten und beständigsten Pigmente im Gelb-, Orange- und Rotbereich dar. Seit 1840 wird Kadmiumgelb in der Malerei verwendet. Das Pigment ist sehr lichtecht

After the Bath, Woman drying herself - Edgar Degas - National Gallery

Mehr über Pigmente

Wer sich eingehender mit Pigmenten und deren Verwendung interessiert, empfehle ich ein Besuch der Seite ColourLex. Der Autor dieser Seite, Juraj Lipscher hat damit die Möglichkeit geschaffen, nach Pigmenten zu suchen. Zu jedem Pigment findet man dort seine Geschichte und seine Verwendung in berühmten Werken. Seine Intention, eine Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft zu erbauen, ist ihm, wie ich finde, auf schöne Art gelungen. Und wer etwa 100 Euro in die Hand nehmen möchte, kann ein Buch des Autors über Fabpigmente, Farbstoffe und Farbgeschichten bestellen. Die Seite ColourLex ist allerdings auf Englisch. Aber anderer Stelle findet man ihr deutschsprachiges Pendant: Chemie und Kunst.

Malmaterial und seine Verwendung im Bilde


Von: Max Doerner

Preis: Price Not Listed
Neu ab: 0 Nicht auf Lager

Der Farbkreis von Faber-Castell

Eine Freundin sah das, was ich lila nannte Rosa. Manchmal sagte sie sogar zu zarten Grüntönen rosa. Ich hatte mich vergewissert, dass sie noch andere Farben kennt. Bis heute bleibt mir schleierhaft, wie unterschiedlich die Farbempfindung sein kann. Aber ist es wirklich die Farbempfindung oder vielmehr die Farbbenennung? Mittlerweile, nachdem ich mich viel mit verschiedenen Farbstiftsortimenten beschäftigt habe, glaube ich eher letzteres. Was bei Caran d‘ Ache Lila heißt, nennt Faber-Castell Karmoisin; was bei Faber-Castell Maigrün heißt, ist bei Staedtler ein Gelb, Limonengelb. Überhaupt gibt es bei den verschiedenen Herstellern kaum Farbtöne, die gleich benannt werden. Das ist ein kleines Hindernis, wenn man z.B. Kopien aus Schritt-für-Schritt-Anleitungen herstellen will. Die genannten Farben heißen im eigenen Sortiment ganz anders. Es bleibt dem ambitionierten Zeichner also nichts anderes übrig als seine eigenen Farbtöne bestens kennen zu lernen, um sie erkennen zu können. Das geht nur durch ausgiebigen Gebrauch. Ich habe dazu mal wieder den Farbkreis gewählt. Mein größtes Sortiment besteht aus Stiften von Faber-Castell. Es folgt hier also ein Farbkreis von Faber-Castell.


Zum Vergleich der Farbkreis hergestellt mit den Grundfarben Kadmiumgelb mittel 105, Purpurrosa mittel 125 und Phthaloblau mittel 152:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Farbkreis aus Mischungen der Grundfarben von Faber-Castell

Eigenschaften der Polychromos Stifte

Mein Eindruck war, dass der Polychromos sich leicht gleichmäßig auftragen lässt. Bei kräftigen Schichten entsteht im Vergleich zum Pablo nicht so eine dicke Wachsschicht, die manchmal etwas unregelmäßig wirkt. Es entstehen schneller kräftige gleichmäßige Farbaufträge. Grade bei den „reinen“ leuchtenden Farben des Farbkreises mit den Spektralfarben hatte ich viel Freude an der leuchtenden Farbbrillanz des Farbauftrages.

 

Farbenlehre: Ein Schnellkurs


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Herbstlaub zeichnen

HerbstlaubVerwendete Stifte

Faber-Castell Polychromos

  • Kaltgrau IV 233
  • Elfenbein 103
  • Permanentkarmin 126
  • Kadmiumgelb dunkel 108
  • Grasgrün 166
  • Kadmiumrot hell 117
  • Umbra natur 180
  • Indischrot 192

Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Auf meinem Couchtisch: ein Buch über Gouache


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Painting Still Life in Gouache


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Bücher über Gouache sind rar. Selbst auf dem englischsprachigen Markt gibt es davon nur eine Handvoll – und die meisten davon sind von fragwürdigem Vorbildcharakter. Ein deutschsprachiges habe ich gar nicht gefunden. Um so erfreulicher ist diese Neuerscheinung vom versierten Gouache-Anwender Kevin Scully aus Großbritannien.
Sein Schreibstil ist akkurat, verständlich, unterhaltsam und holt auch den Beginner der Gouachemalerei ab, ohne ihn dabei wie ein Kind zu behandeln. Man freut sich an dem Text weil Scully fähig ist, nicht nur in seinen Bildern den richtigen Ton zu treffen. Als Gentleman redet er zum Stillleben-Maler, wie dieser angesprochen werden will und er bleibt dabei trotzdem sehr praktisch und sachlich.
Eingangs schreibt Scully über die Geschichte der Gouachefarbe, ihrer Anwendung und der Stilllebenmalerei. Er gibt dabei viele Informationen, die ich bei meiner Internetrecherche so nicht gefunden habe. Danach beschreibt er den Charakter der Gouachefarben und deren Anwender im Vergleich zu anderen Malfarben wie Aquarellfarben, Öl- und Acrylfarben. Insgesamt ist seine Einführung so, dass man nach deren Lektüre genau weiß, woran man mit Gouachefarben ist.
Nach einer ausführlichen und anschaulichen Materialkunde, wird der Schüler in die Anwendung der Gouachefarben eingeführt. Besonders erfreulich fand ich, dass dem Malen von Blumen ein eigenes Kapitel gewidmet wird.
Das Buch ist schön und gründlich illustriert, wobei die Abbildungen auch immer so beschrieben werden, dass der Wißbegierige möglichst viel daraus lernen kann.
Das Buch ist derart gut gemacht, dass man kleinere Fehler wie zum Beispiel den Namen eines Künstlers falsch zu schreiben oder nur die Farbnamen von Winsor & Newton bei der Anleitung zum Herstellen der Schritt-für-Schritt-Anleitungen (da gibt es welche für Anfänger und Fortgeschrittene) zu nennen, sehr gerne verzeiht.
Insgesamt ein Buch, auf das ich schon lange gewartet habe. Danke Kevin Scully!

Der Farbkreis in Gouache

Zum Kennenlernen der Gouachefarben ist auch hier wieder der Farbkreis die beste Grundübung. Vor allem wenn man dazu nur die Primärfarben nutzt gewinnt man anfängliche Erfahrung im akkuraten Mischen der Malfarben.
Zuerst gilt es, mit Bleistift einen Kreis zu konstruieren, auf dem in gleichmäßigem Abstand zwölf Felder verteilt sind, die nachher mit der Farbmischung gefüllt werden.

Mischen der Gouachefarben

Beim Mischen der Primärfarben stellt sich heraus, dass Magenta sich stärker durchsetzt als Gelb. So entsteht bei einer Mischung gleicher Anteile von Magenta und Gelb nicht etwa ein Orange, sondern ein intensives Rot. Für Orange sind zwei Teile Gelb nötig, und für das helle Orange sogar drei. Auch für das Mischen der anderen Farben wird man berücksichtigen müssen, dass eine der beiden Farben dominanter ist. Wenn man also die optische Mitte zwischen zwei Farben erzielen will, wird man von der weniger dominanten Farbe mehr beimischen müssen. Wenn man weiss, welche der beiden Farben sich stärker durchsetzt, tut man gut daran, zuerst die weniger dominante in das Mischbehältnis zu geben, da man ansonsten nachher eine viel größere Menge gemischter Farbe erhält als man braucht. Vielleicht hat man dabei sogar die Tube der schwächeren Farbe ganz ausgedrückt.

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Farbkreis in Gouache
Farbkreis in Gouache

Gouachefarben Primär-Sets

Verschiedene Hersteller haben ihre Grundfarben in einem Satz Tuben zusammen mit Schwarz und Weiß zusammengestellt, damit der Adept sich darin üben kann, Malfarben zu mischen. Ich habe solche Sets von Schmincke, Winsor & Newton, Pébeo, Caran d’Ache und Talens gefunden.

 

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Was ist Gouache?

Initialealfarben bestehen prinzipiell aus Malmitteln (Bindemittel, Füllstoffe…) und Pigmenten. Bei den Gouachefarben werden als Malmittel Kreide benutzt, die der Malfarbe ihre deckende Eigenschaft verleiht und Leim (meistens Gummi arabicum), mit dem der Farbaufstrich gewissermaßen auf den Malgrund geklebt wird. Gouachefarben werden auch als Leimfarben bezeichnet. Oft werden Gouachfarben mit Temperafarben verwechselt oder im Zusammenhang genannt. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Malfarben, da für die Temperafarben andere Malmittel, wie etwa Eiklar benutzt werden.

Gouachfarben sind wasserlösliche Malfarben, die in Tuben, Flaschen oder als feste Blöcke oder Plättchen verkauft werden. Von letzteren sollte man allerdings die Finger lassen. Sie enttäuschen in der Regel beim Gebrauch. Der Farbaufstrich von Gouache ist deckend (opak) und trocknet schnell. Auch im Getrockneten Zustand bleibt der Farbaufstrich wasserlöslich, lässt sich also immer weiter mit nassem Pinsel vermalen.

Je nach Kreideanteil in den Gouachefarben hellt die der Farbauftrag beim Trocknen auf. Die Oberfläche ist matt, da kein Film entsteht, der als optische Brücke dienen könnte, um das Licht tiefer eindringen zu lassen.

Verwendung von Gouache in der Kunstgeschichte

AnwendungGouacheIm Mittelalter wurden Gouachefarben in der Buchherstellung für Buchmalerei, Buchschmuck und Initialen benutzt. Sie war ideal dafür, weil sie schnell trocknete und gut am Pergament haftete.

Albrecht Dürer benutzte Gouache, sowie Rafael, François Boucher, Matisse, Paul Sandby, J.M.W. Turner, Chagall und andere mehr. Trotz dieser großen Namen finden Gouachefarben in Lehrwerken über das Malen nur als Randbemerkungen Eingang.

Verwendung von Gouache im Grafikdesign

Im zwanzigsten Jahrhundert wurde Gouache das bevorzugte Medium vieler Grafikdesigner und Illustratoren, die noch nicht den Computer als Werkzeug für ihre Arbeit hatten. Mit Gouache ist es möglich, schnell und unkompliziert auch größere Flächen zu färben, sie trocknet schnell und durch ihre matte Oberfläche im trockenen Zustand ist sie hervorragend zur Reproduktion geeignet.
Einer der herausragenden Namen der Verwender von Gouache aus diesem Bereich ist sicher Emile Cardinaux.

Welche Gouache empfiehlt sich?

Wie bei allen Malfarben, ist auch der Markt für Gouache ziemlich vielfältig. Möchte man dies Malfarben öfter benutzen empfiehlt es sich auf solche zurückzugreifen, die man als einzelne Tuben kaufen kann. Man möchte ja nicht immer eine ganze Palette mit kaufen, wenn nur eine Tube leer ist. Es gibt viele sehr billige Farben, die beim Trocknen einen unregelmäßigen weißen Schleier an der Oberfläche zeigen. Bewährt haben sich die Tuben namhafter Hersteller wie etwa Schmicke, Winsor & Newton, Lascaux, Lukas und Talens.